Arbeit? Nö, heute nicht!

Kennt ihr das auch? Diese unmotivierten Tage, an denen man sich einfach zu nichts aufraffen kann, weil einem alles viel zu viel erscheint… Dieses Gefühl, am liebsten einfach im Bett liegen bleiben zu wollen, weil es dort so gemütlich ist…
Falls ja, würdet ihr euch mit Sicherheit gut mit Ana verstehen. Darf ich vorstellen? Oben im Bild, auf dem Laptop liegend: Ana. Ana verbringt einen Großteil ihrer Zeit damit, im Bett oder auf dem Sofa in sich zusammengerollt zu liegen und die Außenwelt zu ignorieren. Hin und wieder springt sie jedoch auch mal auf und miaut vor sich hin, nur leider verstehen wir in den wenigsten Fällen, was sie versucht uns zu sagen. Außer heute… Heute erschien uns die Aussage relativ klar. Und zwar: Bloß keine Arbeit!

Okay, nachdem ich jetzt direkt ohne Einleitung in die Mitte der Geschichte gesprungen bin, geht es jetzt erst einmal wieder zurück an den Anfang. Wo kommt die Katze überhaupt her? Wo bin ich? Was mache ich?

Ich bin seit zwei Wochen wieder alleine unterwegs und nutze meine Zeit im Moment zum WWOOFen. Ich muss sagen, es ist echt angenehm, mal für eine längere Zeit im selben Ort zu sein und so etwas wie ein Zuhause zu haben. Vor allem nach drei Wochen Herumreisen fühlt es sich wirklich gut an. Also, ich bin momentan an der Westküste der Südinsel in einem kleinen Örtchen namens Karamea – ja, schon wieder ein kleines Örtchen. Aber dieses Mal ist es wirklich klein. Hier leben nicht mehr und nicht weniger als 575 Leute. Das einzige, was es hier neben Häusern und Grundstücken gibt, sind ein kleiner Supermarkt, ein Postshop, ein anderer Laden und ein paar Unterkünfte. Die Unterkünfte gibt es aus dem Grund, dass der Heaphy Track, einer der mehrtägigen Wanderwege, hier endet und die Leute nach der langen Wanderung einen Platz zum Schlafen brauchen.
Davon abgesehen zieht es nicht viele Menschen hierher, da Karamea sozusagen das Ende der Sackgasse ist. Es gibt nur eine einzige Straße, die hereinführt und somit auch nur eine, die wieder hinausführt. Weiter nördlich von hier ist nur noch Natur – weder Straßen noch Städte.

Wohnen tue ich bei Tim. Er hat ein kleines Haus, in dem er alleine (mit seiner Katze) wohnt und einen Garten, in dem er alles mögliche an Gemüse anbaut. Ein paar Obstbäume und -sträucher gibt es auch. Hinter dem Haus ist zum Beispiel eine Riesenfläche, auf der nur Kürbis wächst.

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Geradeaus die Pflanzen – alles Kürbis 🙂

Ich habe bis jetzt schon so viele verschiedene Sachen hier gemacht. Am ersten richtigen Tag habe ich die Kürbispflanzen weggeschnitten, weil sie den ganzen Garten eingenommen haben (Kürbis wäscht schnell 🙂 )… Am zweiten Tag haben wir zusammen Spargelsamen eingepflanzt. Ein sehr bedeutendes Projekt, denn wenn Spargel einmal gepflanzt ist, wird er aus genau diesen Samen die nächsten 20 bis 30 Jahre lang wachsen. Also ein wichtiger Moment 😉 … Gestern habe ich alle Birnen vom Birnenbaum gepflückt, der vor drei Jahren gepflanzt wurde und dieses Jahr zum allerersten Mal Früchte trägt bzw. getragen hat… Unkraut gezupft habe ich natürlich auch, das gehört dazu. Es ist immer ein echt gutes Gefühl, wenn man am Ende sieht, was man erreicht hat und wie anders das Beet auf einmal aussieht 🙂 … Außerdem haben wir ganz viel Spinat gepflückt und daraus Pesto gemacht… Also wirklich sehr viele verschiedene Sachen.

Wir hatten die letzten Tage allerdings viel Regen, deshalb haben wir viel gekocht und Essen vorbereitet und dafür eher weniger Zeit draußen verbracht. Übrigens hat Tim einen riesengroßen Regenwassertank im Garten stehen, von dem seine komplette Wasserversorgung ausgeht. Und vorne im Garten steht ein Gewächshaus, in dem zum Beispiel Tomaten, Auberginen, Turmeric, Basilikum oder Ingwer wachsen. Dort wird es tagsüber, wenn die Sonne scheint, ganz schön heiß drin… Bestimmt um die 40 Grad.

Es ist einfach ein total tolles Leben hier. Alles ist total entspannt und es läuft mehr so nach dem Motto: Wir schauen spontan, was gerade gemacht werden muss. Und wenn dann das Wetter nicht mitspielt oder ähnliches, dann ist das eben so und dann wird eben etwas anderes gemacht. Teilweise zeigt Tim mir auch nur kurz, was ich machen kann und dann überlässt er mir die Aufgabe für mich allein. Er arbeitet nämlich nebenbei noch von zu Hause und hat daher nicht ständig Zeit. Er hat sozusagen sein privates „Online-Reisebüro“ und organisiert India-Reisen für Leute.
Ich zeige euch einfach mal ein paar Bilder davon, wie es hier so aussieht…

Zusätzlich zu dem Grundstück, auf dem wir hier wohnen, hat Tim vor kurzem zusammen mit Freunden noch ein ganz anderes großes Projekt in Anspruch genommen. Er besitzt jetzt noch ein zweites Grundstück in Karamea, das in etwa zwanzigmal so groß ist wie dieses hier. Die Planungen dafür stehen alle noch ganz am Anfang, aber dort gibt es massig Platz, um alles anzubauen, was man nur möchte. Ich werde leider nicht mehr miterleben, wie sich das Grundstück letztendlich weiterentwickelt, aber immerhin trage ich zur ersten Arbeit darauf bei :-).
Auf dem Grundstück befindet sich auch ein Haus, das im Moment allerdings leersteht. Jedenfalls waren wir heute dort und ich wurde herumgeführt – und finde es total toll! Man hat das Gefühl, man ist mitten im Wald. Es ist alles so weit außerhalb und umgeben von Bäumen, Wald und typischen neuseeländischen Pflanzen. Und Vögel gibt es dort auch einige.

Unsere Arbeit wird also in der nächsten Woche zum Teil zu Hause und zum Teil auf dem neuen Grundstück sein…
Übrigens habe ich einen neuen Rekord zu vermelden, den ich wohl in meinem ganzen Leben nicht mehr übertreffen werde. Da es die letzten Tage nicht gerade sonnig und eher regnerisch war, waren leider auch sehr viel mehr Sandflies und Mücken unterwegs. Nach drei verregneten Tagen, an denen ich jeweils ein paar Stunden draußen im Garten war, habe ich heute Morgen meine Stiche und Bisse gezählt und bin auf über 120 gekommen. Davon ungefähr 30 am linken Fuß, 30 am rechten Fuß, 30 an der linken Hand und 30 an der rechten Hand. Und dann den ein oder anderen noch am Arm. Das ist echt verrückt…

Aber abgesehen von diesen unerfreulichen Nebenwirkungen des Regens ist Karamea echt schön! Wir sind gestern Abend noch zum Strand gefahren und haben uns dort eine Weile aufgehalten. Mal wieder ein menschenleerer Strand, echt schön!

Morgen werden wir gar nicht arbeiten, sondern wir werden fünf bis sechs Stunden lang wandern. Dafür muss ich jetzt noch dringend meine Kamera aufladen, damit ich auch Fotos machen kann ;-). Von daher sage ich jetzt Gute Nacht und wünsche euch einen schönen Tag!

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