Zwischen Dünen, Felsen und dem klarsten Wasser der Südhalbkugel

Es ist zwar schon einige Tage her, dass ich in Takaka war, aber trotzdem will ich euch die Schönheit, die sich im Golden Bay finden lässt, nicht vorenthalten. Obwohl sich Takaka auf der Südinsel befindet, liegt es weiter nördlich als der südlichste Punkt der Nordinsel oder beispielsweise Wellington und ist daher etwas abgelegen. Takaka ist nicht gerade ein Ort, an dem Leute auf einer Rundreise vorbeifahren… Im Gegenteil: Leute, die nach Takaka fahren, haben normalerweise auch einen Grund, dorthin zu fahren – sei es für die beeindruckenden Strände, für den alternativen Lifestyle dort oder um einfach jemanden zu besuchen.

Als ich letzten Sonntag bei der Familie ankam, da haben sie mich direkt gefragt, ob ich schon die Pupu Springs gesehen hätte. Hatte ich nicht, wollte ich aber unbedingt… Deshalb haben sie kurzerhand beschlossen, dass wir doch einfach alle zusammen dort hingehen können, von deren Haus aus sind es nämlich nur 20 bis 30 Minuten zu Fuß.

Nach maorischem Namen heißt es „Te Waikoropupū Springs“, aber wie das so ist mit den maorischen Namen, kürzen die Neuseeländer hier gerne einmal wieder ab und sagen einfach nur „Pupu Springs“. Das ganze ist eine Wasserquelle mit einem kurzen Wanderweg, der darum herum führt. Erst vor kurzem wurde bekanntgegeben, dass das Wasser dort das klarste der südlichen Hemisphäre ist, was auch der Grund dafür ist, dass man es weder berühren noch trinken darf. Offiziell gesehen, zumindest… Die drei Jungs, die mit mir den Weg gelaufen sind, schienen da nicht so viel drauf zu geben…

Jedenfalls ist es wirklich sichtbar, dass es eines der klarsten Gewässer der Welt ist, denn man kann bis zum Boden hin jedes kleinste Detail erkennen, obwohl die Springs teilweise bis zu 10 Meter tief sind.

Am darauffolgenden Tag ging es bis zum nördlichsten Punkt der Südinsel. Ich hatte glücklicherweise die Woche zuvor in Hokitika Iris aus Österreich kennengelernt, die zum gleichen Zeitpunkt wie ich ein paar Nächte in Takaka geplant hatte. Deshalb haben wir uns verabredet, um zusammen einen Tag zu verbringen. Sie hatte zum Glück ein Auto, mit dem wir dann von Takaka aus noch eine gute Stunde lang weiter in den Norden fahren konnten.

Der endgültige Endpunkt der Südinsel heißt Farewell Spit und ist ein langgezogener Strand, der wie eine „Spitze“ vom Land absteht. Ehrlich gesagt fällt mir gerade auf, dass dieses Stück Land total aussieht wie der Schnabel eines Kiwis … Ich frage mich, ob das außer mir schon mal jemand bemerkt hat, hmm… Vielleicht sollten die Neuseeländer es Kiwi Spit nennen…
Aber seht selbst: Hier klicken!

Iris und ich sind fast bis zum Ende des Strands gelaufen, bis wir irgendwann neben uns eine riesengroße Fläche, nur aus Sand und Dünen bestehend, gesehen haben – anstelle der Bäume und Pflanzen, die vorher dort gewesen waren. Wir sind natürlich in Richtung der Dünen gegangen und haben uns plötzlich gefühlt, als seien wir in der Wüste! Überall um uns herum hügeliger Sand und dann gab es sogar einen kleinen „See“, der genauso gut eine Oase hätte sein können… 🙂

Nachdem wir nun also wussten, dass es in Neuseeland sogar Wüste gibt, haben wir uns auf den Weg zurück zum Auto gemacht, um zum nächsten Stopp zu fahren: Wharariki Beach.

Dort gab es noch mehr Dünen, ziemlich viel Wind und normalerweise einen echt schönen Sonnenuntergang. Wir haben uns aber dagegen entschieden, bis zum Sonnenuntergang am Strand zu bleiben, da es zu dem Zeitpunkt gerade mal ein Uhr mittags war. Und obwohl die Sonne hier mittlerweile schon ganz schön früh untergeht (es wird Herbst!), war uns das dann doch zu lange… Aber der Strand war trotzdem wunderschön, ich würde sogar sagen, es war der schönste Strand, den ich in Neuseeland bis jetzt gesehen habe.

Nach dem Strand gab es noch den sogenannten Hill Walk, den wir gelaufen sind. Der ging über ein paar grüne Hügel und vorbei an blökenden Schafen, bis wir letztendlich an einem kleinen Leuchtturm vorbeikamen und dann einen tollen Ausblick auf Farewell Spit hatten und genau sehen konnten, wo wir vorhin lang gegangen waren.

Auf diesem Hügel sind wir dann bis zum Sonnenuntergang geblieben, bevor wir uns schließlich auf den Weg zurück nach Hause gemacht haben…

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Zum Schluss noch ein paar Sätze über die Stadt Takaka an sich. Man könnte sagen, Takaka ist die Hippie-Stadt Neuseelands. Und wenn man so die Straße entlang läuft und sich die verschiedenen Cafés und Läden anschaut, dann stimmt das absolut. Wenn man dazu dann noch die Menschen beobachtet, die in Takaka neben einem selbst die Straße entlang laufen, dann bestätigt sich das ganze noch mehr :-).
Mit knapp 1200 Einwohnern ist es zwar alles andere als eine große Stadt – sogar in Neuseeland – aber trotzdem ein schöner Ort, in dem man sich seine Zeit vertreiben kann…

Das war es auch erst einmal schon wieder von mir. Liebe Grüße vom anderen Ende der Welt und bis bald!

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4 Gedanken zu “Zwischen Dünen, Felsen und dem klarsten Wasser der Südhalbkugel

  1. Du schreibst einfach so klasse und wir freuen uns über jeden neuen Eintrag.
    Dir noch eine schöne Zeit mit vielen tollen Eindrücken, bis bald und liebe Grüße Lea und Birgit

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